Neue Planung für Baugebiet Bonames-Ost: Olaf Cunitz und Uwe Becker sehen tragfähigen Kompromiss

Bürgermeister Olaf Cunitz und Stadtkämmerer Uwe Becker sehen beim Bebauungsplanverfahren Nr. 516 „Am Eschbachtal – Harheimer Weg“ einen tragfähigen Kompromiss. Im Laufe von vier Planungsgesprächen wurde eine neue Planung zusammen mit lokalen Akteuren erarbeitet, die in dem Gebiet unter anderem rund 1.580 Wohneinheiten, eine Grundschule, eine weiterführende Schule und einen zentralen Quartierspark vorsieht. Außerdem soll der zwischen Bonames, Nieder-Eschbach und Harheim liegende GrünGürtelpark Nieder-Eschbach erweitert und unter den Schutz der GrünGürtel-Satzung gestellt werden. Damit werden über 240 Hektar ökologisch wichtiger Flächen dauerhaft vor einer Bebauung geschützt. „Der konstruktive Prozess hat uns alle weitergebracht“, sagten Cunitz und Becker. „Zahlreiche Wünsche und Anregungen für das Baugebiet und die Stadtteile konnten eingebracht, viele Bedenken und Sorgen ausgeräumt werden. Viele der am Überarbeitungsprozess Beteiligten erkennen das jetzige, modifizierte städtebauliche Konzept als deutliche Verbesserung an.“

Das Bebauungsplanverfahren Nr. 516 „Am Eschbachtal – Harheimer Weg“ – früher: Bonames-Ost – hat ein lange Vorgeschichte. Bereits in den Jahren 1999 und 2001 fanden die formellen Beteiligungen statt. Nachdem das Verfahren aufgrund der Priorisierung anderer Baugebiete lange ruhte, wurden die Planungen 2013 wieder aufgenommen. Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Wohnungsnachfrage gerade im Mehrfamilienhausbau wurde das städtebauliche Konzept überarbeitet und bei einer erneuten frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Herbst 2013 in Bonames vorgestellt. Doch das traf vor Ort auf teils heftige Kritik.

Um die ablehnende Haltung in Teilen der Bevölkerung und bei den betroffenen Ortsbeiräten zu überwinden, lud Bürgermeister Olaf Cunitz zu vier Planungsgesprächen ein. In einem moderierten Dialogverfahren zwischen Politik, Verwaltung und lokalen Akteuren wurden gemeinsame Lösungsansätze ausgelotet. Mit der Teilnehmerauswahl sollte eine möglichst große Bandbreite von Meinungen und Interessen abgebildet werden, so dass Vertreter zahlreicher Organisationen und Verbände eingeladen wurden. Beteiligt waren die Bürgerinitiative „L(i)ebenswertes Bonames“, die Vereinsringe der drei Stadtteile Bonames, Harheim und Nieder-Eschbach, die örtlichen Kirchengemeinden, die Ortslandwirte, der BUND und Sprecher einzelner Vereine. Die Stadtteilpolitik wurde durch die Ortsvorsteher der Ortsbezirke 10, 14 und 15 vertreten, die Stadtpolitik durch Mitglieder der großen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung. Begleitend standen Mitarbeiter der Stadtverwaltung für fachliche Fragen zur Verfügung.

Ein zentraler Kritikpunkt am Konzept aus dem Jahr 2013 war die mangelnde Anpassung an die örtlichen Gebäudestrukturen, die vor allem an den Gebäudehöhen und -tiefen, die Länge der Baukörper sowie der allgemeinen Dichte im Gebiet festgemacht wurde. In der Überarbeitung wurden nun die Geschosswohnungsbauten auf maximal drei Vollgeschosse reduziert und nur noch am östlichen Ortsrand und den Rändern der öffentlichen Grünflächen ist zur Akzentuierung ein zusätzliches Dachgeschoss möglich. Die Gebäudeformationen wurden in eine offenere und kleinteiligere Struktur mit schlankeren Gebäudetypen überführt und durch weitere soziale Infrastruktur ergänzt wie auch aufgelockert, womit die Anzahl der möglichen Wohneinheiten von circa 2.000 auf rund 1.580 absinkt. 30 Prozent davon sollen als geförderter Wohnraum entstehen.

Die öffentlichen Grünflächen mit dem zentralen Quartierspark als Herzstück wurden um die nutzerspezifischen Erholungs-, Spiel-, und Freizeitflächen konkretisiert. Sie behalten ihre Funktion als Bindeglieder zwischen alten Ortslagen, neuem Baugebiet und freier Landschaft, nehmen zusätzlich Aufgaben in der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung wahr und dienen der Durchlüftung des Gebiets. Um einen höheren Anteil des vorhandenen Baum- und Biotopbestands zu sichern, werden diese entweder erhalten (wie die Dauerkleingärten an der Seulberger Straße und die Freizeitgärten an der Galgenstraße) oder mit Nutzungen wie Schulen oder Kitas überplant, die keine Tiefgaragen benötigen und von der öffentlichen Hand entwickelt werden, so dass mehr Bäume erhalten bleiben können.

Die Schulversorgung wurde als großer Mangel im gesamten Frankfurter Norden benannt. Diesem soll nun entgegengetreten werden, indem neben der ohnehin für den aus dem Gebiet resultierenden Bedarf geplanten Grundschule zusätzlich eine weiterführende Schule eingeplant wird, die Schüler der umliegenden Stadtteile aufnehmen kann. Die mit den Schulen entstehende Sportinfrastruktur kann auch von den örtlichen Vereinen mitgenutzt werden, so dass deren Engpässe bei den Sporthallen- und -flächenkapazitäten entschärft werden.

„Die Entwicklung ist eine Chance für den Stadtteil. Hier entsteht weitaus mehr als lediglich neue Wohnungen. Von der neuen Infrastruktur profitieren auch alteingesessene Bewohnerinnen und Bewohner. So fördert diese gemeinsame Nutzung von Infrastruktureinrichtungen sowei eine den alten Ortskern ergänzende Ansiedlung von Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistern den Austausch zwischen Alteingesessenen und Neubürgern zu beiderseitigem Nutzen“, betonten Cunitz und Becker.

Nun soll die überarbeitete Planung zunächst in den Ortsbeiräten wieder einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Daraufhin wird auf Grundlage des städtebaulichen Konzeptes ein Bebauungsplanentwurf erstellt, mit dem die Offenlage durchgeführt werden wird, bei der alle Bürger die Möglichkeit haben Anregungen beizusteuern. Wenn dann alle Anregungen eingearbeitet und abgewogen worden sind, kann der Satzungsbeschluss gefasst werden und der Bebauungsplan in Kraft treten. Auf dieser Grundlage werden im Umlegungsverfahren die Grundstücke zu bebaubaren Parzellen neu zugeschnitten. Zum Schutz der alten Ortslage wird dann als erstes die Ortsrandstraße fertig gestellt werden, so dass kein Baustellenverkehr durch die angrenzenden Erschließungsstraßen von Bonames geführt werden wird. Anschließend kann mit dem Bau der internen Erschließung und der Gebäude begonnen werden. Die betroffenen Landwirte wird die Stadt bei der Suche nach Alternativflächen unterstützen. „Wir sind überzeugt, dass das eine gute, konsensfähige Lösung ist, für deren Umsetzung wir werben. Es ist ein Weg, der dem Bevölkerungswachstum der Stadt, aber auch Grenzen des Wachstums und ökologischen Belangen durch die Erweiterung des GrünGürtels Rechnung trägt“, so Cunitz und Becker abschließend.

Ansprechpartner:
Mark Gellert, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Büro des Bürgermeisters, Dezernat II – Planen und Bauen, Telefon (069) 212-36304, E-Mail an Mark.Gellert@stadt-frankfurt.de
Laura Wagner, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dezernat III − Finanzen, Beteiligungen und Kirchen,
Telefon (069) 212-37982, E-Mail an Laura.Wagner@stadt-frankfurt.de

 

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